Süd-Dalmatien - Wasserfälle und Karibikflair

Kroatien wird als Reiseziel immer beliebter. Kein Wunder, denn das Meer zeigt sich hier von seiner türkisesten Seite! Nachdem letztes Jahr der Norden des Landes erkundet wurde, geht es diesen Sommer ab in den Süden.  Doch statt dem Auto wird diesmal das Wohnmobil meiner Eltern als Fortbewegungsmittel auserkoren: Das Geschirr ist rutschfest verstaut, der Wassertank aufgefüllt und auch das Kite-Gepäck findet auf der Eckbank Platz 🙂
Los geht die Reise über den Krka Nationalpark auf die Insel Peljesac, weiter nach Mlini und Dubrovnik. Was man bei einer Autoreise in den Süden Kroatiens nicht vergessen darf: Die Gebühren für die Autobahnen sind immens hoch. Insgesamt zahlten wir fürs Wohnmobil 130 Euro, um in den Süden und wieder zurück zu fahren. Den guten Zustand der Straßen genossen wir so lange es ging, bevor wir nach Montenegro reisten: das Land der schwarzen Berge und des Verkehrschaos.

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Der große Wasserfall Skradinski Buk

Krka Nationalpark:

Ein Jahr zuvor wanderten wir durch den schönen Plitvicer Nationalpark. Total begeistert von der atemberaubenden Schönheit der dortigen Natur wollte ich unbedingt auch den Krka Nationalpark sehen: Also ab nach Skradin. Der kleine Ort nahe Šibenik lohnt auch einen Abstecher, wenn man sich in der Nähe befindet. In Skradin liegt der Haupteingang zum Park und die dortigen Einwohner verdienen sich an den unzähligen Touristen eine goldene Nase. Jetzt im August sind die Preise gigantisch hoch. Der Eintritt beträgt 200 Kuna – also stolze 27 Euro.

Deshalb wurde an einer anderen Ecke gespart und das Wohnmobil verbrachte eine Nacht auf einem Parkplatz statt auf dem Campingplatz. Achtung: Offiziell ist das „Wildcampen“ in Kroatien verboten! Fragt man jedoch Einheimische, bekommt man gute Tipps für ein sicheres Plätzchen.

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Intensive Farben unter Wasser

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Blick auf den oberen Wasserfall

Es gibt zwei Möglichkeiten, um zum großen Wasserfall Skradinski Buk zu kommen: Entweder mit dem Schiff vom Hafen der Stadt Skradin, wo relativ viele Besucher anstehen. Oder über einen 4 km langen Weg am Fluss entlang. Wie immer gilt: Der frühe Vogel fängt den Wurm bzw. entgeht den Menschenmassen.

Wir legten das erste Stück mit dem Fahrrad zurück und wanderten anschließend vom ersten Wasserfall den Rundweg durch den südlichen Teil des Nationalparks. Die einfache Wanderung dauerte ca. eine Stunde. Leichte Turnschuhe oder gut sitzende Wandersandalen reichen aus, von Flip Flops oder Crocs (oft gesehen!) würde ich abraten. Wieder am Ausgangspunkt angelangt, kann man mit vielen anderen Besuchern ins Wasser springen und neben den Wasserfällen schwimmen. Direkt zum Skradinski Buk kommt man aber nicht: Dieser Bereich ist abgesperrt. Am Ufer stehen einige Hütten, die Snacks und Getränke verkaufen.

Ehrlich gesagt hat der Krka Nationalpark meine Erwartungen nicht erfüllt. Der große Wasserfall ist gar nicht so groß, es gibt zu wenig Wandermöglichkeiten von dem Eingang in Skradin aus und der Preis ist komplett überteuert. Ein Nebeneingang wäre wahrscheinlich eine gute Alternative. Der Plitvicer Nationalpark ist meiner Meinung nach sehenswerter.

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Der Rundweg verläuft teilweise auf Stegen

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Die Pflanzen trotzen den Wassermassen

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Bunte Häuserfassaden in Skradin

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Am Nachmittag sind die Gassen wie ausgestorben

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Camping-Leben

Halbinsel Pelješac:

Abseits der bekannten Inseln wie Pag oder Hvar ist die Halbinsel Pelješac ein kleiner Geheimtipp. Die Orte und Strände sind ruhiger, die Atmosphäre entspannter. Mit der Fähre ging es von Ploče in einer Stunde nach Trpanj, anschließend weiter nach Viganj. Die Überfahrt muss nicht im Voraus reserviert werden und kostete für den Camper 36 Euro.
Der Hauptgrund wieso es uns nach Pelješac bzw. in den Ort Viganj verschlug war der Wind. Die Halbinsel gilt als Wind- und Kitesurf-Mekka. Am Campingplatz Antony Boy schlugen wir unsere Zelte auf und genossen die frische Brise. Die Anlage liegt auf Terrassen am Fuße der Berge und war eine gute Wahl.

Der Kieselstrand ist leider sehr schmal. Das heißt, auch der Platz zum Aufbauen des Kites ist sehr begrenzt und es kann zu Wartezeiten beim Starten und Landen kommen. Viganj selber besteht aus wenigen Strandlokalen, ein paar Ferienhäusern und einem Supermarkt.

Fährt man die Küstenstraße im Westen von der Halbinsel Pelješac entlang, bieten sich einem wunderschöne Ausblicke. Doch die schmale Straße mit dem Wohnmobil zu befahren kostete uns ein paar Nerven!
Auf der Reise weiter Richtung Dubrovnik legten wir einen kurzen Stopp in Ston ein. Die kleine Stadt ist für ihre Wehranlage bekannt, diese gilt auch als die „chinesische Mauer“ Europas. Die Anlage schlängelt sich kilometerlang den Berg rauf und runter. Sehr beeindruckend!

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Kristallklares Wasser in Viganj

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Vinganj gilt als Wind- und Kitesurf Paradies

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Farbenprächtiger Oleander an jeder Ecke

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Auf der Fahrt Richtung Dubrovnik kamen wir im Ort Ston vorbei

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Autofreie Innenstadt

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"Die chineschische Mauer Kroatiens"

Mlini:

Der Zufall brachte uns nach Mlini, worüber ich sehr froh bin, denn der kleine Ort ist bezaubernd. 10 km südlich von Dubrovnik liegt der schöne Campingplatz Camping Kate hoch über dem Meer. Dieser ist direkt von der Hauptstraße aus zu erreichen und über eine steinerne Treppe geht’s runter zum Kieselstrand.
Mlini überzeugte mich durch seine Ruhe, selbst in der Hauptsaison. Eine kleine Kirche, schöne Lokale direkt am Meer und ein Hafen mit Schwimmbecken. Der Name Mlini kommt übrigens von den durch Wasser betriebenen Mühlen, die hier früher zum Getreide mahlen eingesetzt wurden. An der Strandpromenade kann man noch ein Exemplar bewundern, außerdem steht dort eine 280 Jahre alte Platane, für alle Schattensuchenden.
Täglich legen im kleinen Hafen Taxiboote nach Dubrovnik ab, so erspart man sich die leidige Parkplatzsuche in der Stadt. Außerdem ist die Fahrt entlang der Steilküste über türkises Wasser selbst ein Highlight!

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Der Hafen von Mlini

Dubrovnik:

Wunderbares Dubrovnik, du hast mich wirklich verzaubert! Meine Kamera fing bereits zu glühen an, weil sich an jeder Ecke unzählige Fotomotive fanden. Mit dem Boot fuhren wir in einer halben Stunde vom kleinen Ort Mlini nach Dubrovnik. Die Festungsanlage aus dem 15. Jahrhundert vom Wasser aus zu sehen ist ein ganz besonderes Erlebnis, das ich jedem empfehlen kann. Schon bei der Einfahrt in den Hafen zeigt sich der wehrhafte Charakter der Stadt: Massive Mauern umgeben das Zentrum.

Am besten lässt man sich einfach durch die engen Gassen treiben und genießt die Architektur und Ausblicke: Über hunderte Jahre von tausenden Füßen blank poliertes Kopfsteinpflaster. An Italien erinnernde Paläste und beeindruckende Kirchengebäude. Autofreie, enge Gassen mit unzähligen Lokalen. Diese Szenerie fühlte sich an wie eine Zeitreise. Das ist auch der Grund wieso hier Szenen für die Serie „Game of Thrones“ gedreht wurden.

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Der Uhrturm in Dubrovnik

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Viele schöne Details finden sich in den Straßen

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Spiegelglattes Pflaster in der Altstadt

Die Magie von Dubrovnik ist leider kein Geheimtipp mehr: besonders zur Hochsaison pflügen große Mengen Besucher durch die Stadt. Denn der Hafen ist fixes Ziel der großen Kreuzfahrtschiffe. Die Preise für Essen und Besichtigungen haben sich dem angepasst und sind für Kroatien hier besonders hoch. So zahlt man für den Besuch der Stadtmauer 100 Kuna, also 13,5 Euro. Ein Abendessen gibt's ab 10 Euro, wobei das der Preis für einen Salat ist.

Trotz alledem würde ich jedem empfehlen diese spezielle Stadt zu besuchen. Die beste Tageszeit dafür ist meiner Meinung nach am Abend. Dann sind die meisten Besucher zurück auf ihren Kreuzfahrtschiffen und die Straßen und Plätze werden in warmes Licht getaucht.

Kroatien ist immer wieder eine Reise wert. Besonders der Süden des Landes beeindruckt nicht nur wegen dem klaren Wasser sondern auch landschaftlich durch hohe Berge und wunderbare Küstenstraßen. Das nächste Mal komme ich jedoch wieder in der Nebensaison!

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Mit dem Taxiboot geht's nach Dubrovnik

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Buza Bar

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Die wichtigste Mahlzeit des Tages (photocredit: Stefan Haghofer)

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Abendrot am Hafen

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