Triest - ein Tag am Meer

Ein spontaner Ausflug an die Adria? Warum nicht! Geplant war die Reise nach Triest nicht, doch das ist das Schöne am Reisen: Manchmal kommt man ungeahnt an neue Orte. Ein langesWochenende in Ljubljana war die Ausgangssituation, dort spielte leider das Wetter nicht ganz mit. Also ab in den Flixbus und der Sonne entgegen! Meeresrauschen, Cappuccino und Palazzi inklusive.
Die Hafenstadt vermittelt Urlaubsfeeling und Monarchie-Flair. Vor langer Zeit Österreichs wichtigster Meerzugang, hinterließen die Habsburger ihre Spuren.
Meine Erwartungen waren hoch, wurden jedoch nicht ganz erfüllt. Auf der einen Seite beeindruckt die Altstadt mit ihrer herrschaftlichen Architektur und den kopfsteingepflasterten Gassen. Auf der anderen Seite könnten die äußeren Bezirke einen neuen Anstrich vertragen. Triest, eine Stadt geprägt von der Monarchie und der Industrie.

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Fischerboot an der Hafenpromenade

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Typisch Italien!

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Der Segelboothafen mit dem Leuchtturm im Hintergrund

Am Meer:

Eines Vorweg: Ein großer Vorteil von Triest ist die Kompaktheit. Alles ist gemütlich per pedes zu erreichen und was gibt es Besseres als durch eine fremde Stadt zu schlendern? Der Bus setzte uns (meine zwei ebenfalls Architektur-begeisterten Mitreisenden und mich) am Hauptbahnhof aus. Ehrlich gesagt, das ist wirklich nicht der schönste Teil der Stadt. So ließen wir die baufälligen Gebäude hinter uns und machten uns auf zum Meer.

Geht man die gepflasterte Promenade entlang, kommt man schnell ins Zentrum. Man schlendert vorbei an hölzernen Fischerbooten und kann die Aussicht aufs Wasser genießen. Leider gibt es keine Lokale direkt am Wasser, was wirklich schade ist.
Auf Höhe der Piazza dell'Unitá ragt ein langer Steg ins Meer, der eine andere Sicht auf die Stadt ermöglicht.
Geht man weiter, gelangt man zum Segelschiffhafen und zum Leuchtturm. Auf dem Weg lohnt sich ein Stopp im Eataly, einem meiner Lieblings-Supermärkte. Typisch italienische Produkte und frische Köstlichkeiten aus der Region en masse.

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Steg mit Monarchie-Flair

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Das Rathaus an der Piazza dell'Unitá d'Italia

Piazza dell'Unitá d'Italia:

Der wichtigste Repräsentationsplatz der Stadt liegt am Hafen, nur durch eine Straße getrennt. Umringt von großen Prunkbauten spiegelt die Piazza dell'Unitá d'Italia die ehemalige Macht und den Reichtum von Triest wider. Ein italienischer Platz wie er im Buche steht. Die Fassaden des Rathauses, des Regierungspalastes und Hauptsitze wichtiger Gesellschaften sind beliebte Fotomotive. Wo sich die Piazza zum Meer hin öffnet stand früher ebenfalls ein Gebäude. Heute genießen Besucher den Ausblick von den Cafés auf das Wasser und den Sonnenuntergang.

Dieser Platz ist das Herz von Triest. Im Laufe der Geschichte spielten sich auf der Piazza wichtige Ereignisse ab: Die Einwohner lauschten nicht nur großen Reden und Verkündungen, auch das Schiff mit den Überresten des Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este ankerte hier. Und läutete somit 1914 das Ende einer Epoche ein.

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Palazzo del Governo

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Pause

Borgo Teresiano:

Das wichtigste Viertel in Triest ist das Borgo Teresiano, benannt nach der österreichischen Kaiserin Maria Theresia. Diese ließ die ehemaligen Salinenfelder trockenlegen und so ein neues Viertel entstehen. Triest galt im 18. Jahrhundert als wichtigstes Handelszentrum an der Adria. Deswegen kam es zu einer Bevölkerungsexplosion und die Stadt musste erweitert werden, um mehr Platz zu schaffen. Die Theresienvorstadt ist eines der ersten Beispiele einer modernen Stadtplanung. Auf Basis einer kreuzförmigen Struktur wurden lineare, rechtwinklige Straßen angelegt.

Im Borgo Teresiano befinden sich Besuchermagnete wie der Canal Grande, die Kirche Sant'Antonio Nuovo mit ihrer großen Kuppel und die orientalisch wirkende, orthodoxe Kirche SS. Trinità e San Spiridione.

 

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Unterwegs im Borgo Teresiano

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Der Kanal diente früher als Handelsstraße

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Oldtimertreffen auf der Piazza dell'Unitá d'Italia

Canal Grande:

Den Canal Grande in Triest darf man sich nicht wie seinen Namensvetter in Venedig vorstellen. Der Kanal im Stadtviertel Borgo Teresiano ist eher eine Wasserstraße. Durch das seichte Wasser können ihn nur kleine Boote befahren.
Nichtsdestotrotz war der Kanal einst die Lebensader der Handelsstadt Triest. Waren wurden von den großen Schiffen im Hafen auf Boote umgeladen und über den Canal Grande in die Lager gebracht. Von den ehemals drei originalen Brücken ist noch eine erhalten, nämlich die Ponte Rosso. Auf dieser steht eine Statue des Schriftstellers James Joyce, der einige Zeit in Triest lebte.
Im Zuge einer neuen Stadtplanung im 18. Jahrhundert waren anfangs mehrere Kanäle geplant. Doch der 1766 fertig gestellte Canal Grande blieb der einzige.

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Der Canal Grande ist gar nicht so grande

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Überreste einer römischen Basilika

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Der Eingang der Kathedrale San Giusto...

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... und der beeindruckende Innenraum

Castello di San Giusto:

Über steile, kopfsteingepflasterte Straßen gelangt man zur mittelalterlichen Burg, dem Castello di San Giusto. Wobei ich mich frage, wie die zahlreichen, geparkten Vespas diese Steigung geschafft haben! Von der Anhöhe hat man einen traumhaften Blick über die Stadt und das Meer. Kommt man oben auf dem Hügel an, steht man zuerst auf einem großen Platz mit Resten antiker Säulen. Denn schon zur Römerzeit befand sich hier ein religiöses Zentrum inklusive Basilika. Die Überreste der Bauten sind frei zugänglich und versetzen einen zurück in die Antike.

1468 wurde der Bau des ersten Teils der jetzigen Befestigungsanlage angeordnet. Wie viele andere Burgen durchlief auch das Castello di San Giusto im Laufe der Jahrhunderte viele Veränderungen: durch unterschiedliche Um- und Zubauten entstand das heutige Erscheinungsbild. Besonders ist jedoch, dass die Burg von Triest nie zerstört wurde (nicht mal teilweise). Im Inneren befindet sich ein Möbel- sowie Gesteinsmuseum und eine Waffenkammer.

Gleich nebenan steht die beeindruckende Kathedrale San Giusto: Schon wegen der schönen Innenraumgestaltung ist die romanische Kirche einen Besuch wert.

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Castello di San Giusto

Arco di Riccardo:

Versteckt auf einer kleinen Piazza steht der Arco di Riccardo, der Richardsbogen, bei dem wir auf dem Rückweg von der Burg vorbei kamen. Besonders ist sein Aussehen bzw. das Ensemble wie der Bogen dort steht: Denn die Triester fackelten nicht lang und bauten einfach ihre Wohnhäuser direkt an den Arco dran. So steht dieses Bauwerk nicht wie andere Bögen frei auf einem großen Platz sondern halb eingemauert da.
Woher der Name kommt, ist nicht ganz geklärt. Einige sprechen den Ursprung Richard Löwenherz zu, andere Karl dem Großen. Sicher ist, dass der Arco di Riccardo einst ein Tor in der römischen Stadtmauer war und bereits seit dem 1. Jahrhundert n.Chr. dort steht.

Wir verbrachten einen schönen Tag in Triest, so richtig umgehauen wie Florenz oder andere italienische Sädte hat mich Triest aber nicht. Meiner Meinung nach ein netter Zwischenstopp auf der Durchreise bzw. ein Tagesausflug.

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Bars an jeder Ecke

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Arco di Riccardo

Meine architektonischen Highlights:

- Arco di Riccardo

- Kathedrale San Giusto

- Palazzo del Governo an der Piazza dell'Unitá d'Italia

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Teatro Romano am Fuß des Burgberges

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Mediterrane Gassen

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