Cádiz – Festungsmauern, Gärten und Columbus

Die Stadt mit dem wohlklingenden Namen liegt im Südwesten Andalusiens. Als Spaniens wichtigster Hafen zur Zeit der Entdeckung Amerikas ging Cádiz in die Geschichte ein.  Von hier stachen große Abenteurer wie Christoph Columbus in See.
Cádiz ist die älteste Stadt Westeuropas mit einer wahrlich magischen Atmosphäre. Für diese Region typisch, ist die Architektur geprägt von maurischen und europäischen Einflüssen. Nicht nur das Stadtbild macht Cádiz sehenswert, sondern auch seine einzigartige Lage. Von drei Seiten wird die Altstadt vom Atlantik umgeben. Darum weht hier immer ein frischer Wind. Ein Spaziergang durch eine altehrwürdige Stadt:

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Das Wahrzeichen der Stadt: die Kathedrale

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Die gelb geflieste Kuppel strahlt im Sonnenlicht

Kathedrale:

Die Catedral Santa Cruz sobre el mar (wird auch Catedral Nueva genannt) ist nicht zu übersehen: Schon von weitem leuchtet einem die strahlend gelbe Kuppel entgegen. 1720 wurde mit dem Bau der Kathedrale begonnen und (weil sich in Spanien die Uhren bekanntlich langsamer drehen) erst 1838 fertig gestellt. Dadurch kam es zu einem  Stilmix, sowohl barocke als auch klassizistische Elemente sind zu finden.

Die Maße des Innenraums (85 m lang, 60 m breit) sind beeindruckend. Das Ausmaß der Zerstörung, die das Salzwasser angerichtet hat, ist leider verheerend. Deshalb brökelt der Putz  von den Decken und Wänden. Um die Renovierung zu finanzieren, befindet sich eine Ausstellung in der Kirche, für die Eintritt gezahlt werden muss. Einerseits verstellen die Exponate zwar die Sicht auf die grandiose Architektur, andererseits wird so ihre Rettung sichergestellt (Kombiticket Kathedrale und Turm: 8 Euro).

Den schönsten Blick auf Cádiz hat man definitiv vom Glockenturm! Dessen Eingang befindet sich links neben dem Hauptportal. Kurios: nach oben gelangt man nicht über Stufen, sondern über eine Rampe.

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Blick auf den zweiten Glockenturm

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Eine bunte Tür geht immer

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Catedral Nueva

Altstadt:

Hat man erstmal das ausufernde Industriegebiet und die Wohnblocks hinter sich gelassen, gelangt man am Ende der Halbinsel zum schönen Zentrum. Dort spiegelt sich der Reichtum vergangener Tage in der Architektur wider: reich verzierte Fassaden, prunkvolle Gebäude und gepflasterte Plätze. Mit der Entdeckung Amerikas kam der Aufschwung der Stadt. Damals brachten große Flotten Gold, Silber und andere Schätze aus den Kolonien und machten Cádiz zum wichtigsten Hafen Spaniens.

Doch die außergewöhnliche Lage auf einer Landzunge war Segen und Fluch zugleich: Oft wurde die Stadt Ziel zerstörerischer Angriffe. Sowohl Piraten aus Afrika als auch die Engländer (als gegnerische Seemacht) stellten eine enorme Bedrohung für die Einwohner dar. Somit wurden Ende des 16. Jahrhunderts viele historische Gebäude zerstört.

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Ein weißes Häusermeer

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Manchmal rollen surfbare Wellen an den Strand

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Auf dem Weg zum Castillo de San Sebastian

Doch wie Phönix aus der Asche erhob sich Cádiz nach jedem Angriff und erblühte von Neuem. Besonders schön ist die Plaza San Juan de Dios mit dem klassizistischen Rathaus. Hier sitzen Einheimische wie Touristen bei einem Glas Wein und beobachten das Treiben.
Die Caditanos, wie die hiesigen Einwohner genannt werden, gelten als offenherzig und überaus freundlich. Davon kann man sich in den vielen Cafés und Bäckereien überzeugen: Hier wird jeder Liebhaber von Süßwaren glücklich! Eine typisch andalusische Bäckerei findet sich nahe der Kathedrale in der Calle Pelota: die Confiteria del Populo.

Die Stadt ist sehr gut mit dem Bus oder dem Zug zu erreichen. Der Bahnhof liegt direkt vor den Mauern der Altstadt, dort befinden sich mehrere Parkplätze, zum Beispiel Parking Las Calesas (Tagesticket:15 Euro).

Mehr Tipps für Andalusien gefällig? Hier geht's zum Beitrag über Málaga!

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An jeder Ecke: typisch andalusische Bäckereien

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Das Stadttor Puerta de Tierra

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Blumenpracht vor den Toren der Altstadt

Festungsmauern/Rundgang:

Weil sich Cádiz oft gegen feindliche Angriffe wehren musste, wird die Altstadt von einer imposanten Mauer umgeben.
Wenn man mit dem Auto die Neustadt hinter sich gelassen hat, empfängt einen das Stadttor Puerta de Tierra. Dies ist der perfekte Ausgangspunkt für einen schönen Spaziergang: Hält man sich beim Tor links Richtung Meer gelangt man zum Paseo del Vendaval. Vorbei an historischen Gebäuden erreicht man nach kurzer Zeit die Kathedrale. Weiter geht's bis zum westlichsten Teil der Stadt und zum Paseo Fernando Quinones. Dieser verbindet das Castillo de San Sebastián (dieses ist leider für Besucher gesperrt) mit dem Festland. Entlang des gesamten Rundgangs ergeben sich traumhafte Ausblicke auf die Stadt und das Meer!

Geht man vorbei an der Playa de Caleta und dem archäologischen Museum beeindruckt das Castillo de Santa Catalina. Bei freiem Eintritt lässt es sich hier in die Geschichte Cádiz' eintauchen. Auf dem Weg zum Hafen durchquert man den Park Genovés und die Gärten Alameda Apodaca. Noch ein paar Fotos von den riesigen Schiffen und zurück zum Ausgangspunkt.

 

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Entlang des Paseo del Vendaval

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Bunte Fischerboote vor dem Fort

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Castillo San Sebastian

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Jardines de Alamdeda Apodaca

Parks:

Kann man sich vom Blau des Meeres einmal losreißen, sollte man sich den Grünflächen zuwenden: Der Parque Genovés ist ein botanischer Garten. Hier wachsen verschiedene Pflanzen aus der ganzen Welt. Zwischen dem Park und dem Atlantik breitet sich eine neuartige Freiraumgestaltung aus. Eine Art Hochweg schlängelt sich durch unterschiedliche Bereiche, einem Skatepark und ein paar vertrocknete Blumenbeete. Hätte Potential, machte bei unserem Besuch aber leider einen verwahrlosten Eindruck.

Unweit vom Parque Genovés liegen die Jardines de Alamdeda Apodaca. Dies ist eine orientalisch angehauchte Gartenanlage mit uraltem Baumbestand. Dort kann man sich auf bunt gefliesten Bänken kurz ausruhen und die müden Füße hochlegen.
Eine Stärkung gefällig? Nur 5 Gehminuten entfernt befindet sich die Monkey Bakery, wo es leckeren Kuchen und Kaffee gibt.

 

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Unterwegs in der Altstadt

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Parque Genovés

Strand/Meer:

Das Meer gibt in Cádiz den Ton an. Weltruhm erlangte der Strand Playa de la Caleta: Hier stieg Halle Barry im James Bond Film „Stirb an einem anderen Tag" aus den Wellen. Außerdem überzeugt der kleine Strand durch seine umliegenden Kulisse. Auf der einen Seite thront das Fort Santa Catalina, auf der anderen Seite führt der frisch renovierte Paseo weit hinaus zum Castillo San Sebastián.

Ein tolles Fotomotiv ist das Archäologische Museum direkt an der Playa. Die Architektur des weißen Holzbaus erinnert an Badehäuser der Jahrhundertwende. Und lässt somit mein Nostalgie-Herz höher schlagen!
Auf ihre Kosten kommen Strandfans südlich des Stadtzentrums. Dort zieht sich der Sand kilometerlang an der Neustadt entlang. Bei unserem Besuch im Oktober waren die Strände bis auf ein paar Spaziergänger leer. Im Sommer kann es laut Einheimischen voll werden, Stichwort "Ölsardine".
Mit ein wenig Glück rollen ein paar surfbare Wellen an die Playa Santa Maria del Mar. Dieser Surfspot ist ein Beachbreak mit guten Wellen für Anfänger.

Cádiz trumpft nicht mit einer Vielzahl imposanter Sehenswürdigkeiten auf, doch die Lage macht diese Hafenstadt besonders. Ein schönes Ziel für ein Wochenende oder einen Tagesausflug. Wer die Kombination aus Städtereise und Strand mag, ist hier richtig!

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Das Archäologische Museum

Meine architektonischen Highlights:

- Archäologisches Museum

- Kathedrale

- Castillo San Sebastián

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Castillo Santa Catalina

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