Fuerteventura - Wind, Wellen und Vulkane

Als ich auf der kanarischen Insel ankam, empfing mich Fuerteventuras bekanntester Gast: der Wind. Der viento bläst wirklich fuerte. Das Zweite, was mir auffällt: Steine. Viele Steine. So stelle ich mir den Mars vor.Kein Wunder also, dass hier schon Filme wie Star Wars gedreht wurden. Der Grund dafür sind die Vulkane, die glücklicherweise schon einige tausend Jahre erloschen sind. Eine wirklich faszinierende Landschaft, sehr karg und ohne viel Vegetation. Umso beeindruckender sind die Strände mit zum Teil puderweichem Sand. Es gibt sie in verschiedensten Farben und Formen. Von schwarz bis weiß, von felsig bis sandig.
Wer Mitte April sommerliches Klima erwartet, wird eines Besseren belehrt. Mehrmals war ich froh, meine Windjacke eingepackt zu haben. Die britischen Urlauber liefen trotzdem in kurzen Hosen herum.

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Typische Architektur auf Fuerteventura

Corralejo:

Mein auserwählter Startpunkt. Denn der eigentliche Grund, warum ich nach Fuerte kam, ist das Surfen. Welcher der beste Teil der Insel dafür ist, darüber scheiden sich die Geister: Norden oder Süden. Der ausschlaggebende Punkt für meine Entscheidung war, dass Corralejo ein relativ großer Ort und vom Flughafen in einer halben Stunde zu erreichen ist. So quartiere ich mich für 11 Tage im Line Up Surfcamp ein. Denn rund um Corralejo gibt es einige gute Spots, geeignet für Anfänger bis Profi.

Die Stadt selber zeigt sich bei der Anfahrt vom Flughafen als nicht besonders attraktiv. Die Hauptstraße ist gesäumt von Souvenirshops und Touristenfallen a la italienischer Adria. Doch der wahre Ortskern verbirgt sich nahe dem Hafen: enge Gassen, weiße Häuser und echte, spanische Siesta-Stimmung. In der Altstadt lässt es sich vor allem abends super aushalten. Außerdem verläuft direkt am türkisblauen Meer eine Promenade, von der man einen tollen Blick auf die Isla de Lobos und Lanzarote hat. Fangfrischer Fisch und die besten Tapas findet man in den Lokalen in der Altstadt, dabei waren meine Favoriten das Gilda und La Marquesina.

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Der Hafen von Corralejo

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Blick vom Flag Beach auf die Isla de Lobos

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Beeindruckende Graffiti am Hafen

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Der Krater des Bayuyo

Ein schönes Ziel mit dem Fahrrad oder Auto sind die Sanddünen El Jable, die südlich der zwei überdimensionierten Hotelmonster am Flag Beach liegen. Plötzlich hat man das Gefühl, man befände sich in der Sahara. Der Wind jagt den Sand über die haushohen Dünen, die Heimat einiger Ziegenfamilien.
Den besten Ausblick auf die Stadt hat man vom Vulkan Bayuyo. Der Weg hinauf ist nicht ganz einfach zu finden, da man um einen Steinbruch/Müllhalde herumgehen muss. Zuerst führt die Straße am Fußballplatz vorbei und endet an der Ausfahrt des Steinbruchs. Dort hält man sich rechts, denn nördlich der Anlage führt eine Schotterstraße zum Vulkan und wird dann zu einem schmalen Weg. Von oben hat man einen super 360° Blick auf die Umgebung. Weiters folgt man dem Rundweg auf der anderen Seite hinunter und kommt wieder zum Ausgangspunkt zurück (Dauer ca. 2,5 Stunden).

Du bist an weiteren tollen Aussichtspunkten auf Fuerteventura interessiert? Dann schau bei Jens von Tripweazel vorbei!

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Vom Gipfel hat man einen 360° Panoramablick

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Die Dünen sind die Heimat einiger Ziegen

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Seltener Anblick auf Fuerteventura: Pflanzen

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Im Landesinneren stehen viele dieser Windräder

El Cotillo:

Ca. 30 Minuten von Corralejo entfernt liegt der Ort El Cotillo. Das Fischerdorf an der Westküste Fuerteventuras ist der perfekte Platz für Sonnenuntergänge. Bis auf die teilweise massiven Wellen, die gegen die Felsküste donnern, geht es hier ruhig zu. Klar findet man auch hier ein paar Bausünden der letzten Jahre, doch im Großen und Ganzen ist Cotillo ein beschaulicher Ort.

Nördlich des Zentrums liegt ein Badestrand: Eine durch Felsen geschützte Bucht lässt die Wellen an anderen Abschnitten brechen. Rund um den Hafen liegen nette Restaurants, die nicht nur eine grandiose Aussicht sondern auch leckeren Fisch bieten. Wenn man Glück hat, entdeckt man auf den schwarzen Felsen am Hafen große Krabben, zumindest aber viele Katzen. Von El Cotillo ist der Leuchtturm Faro de Tostón nicht weit.

Von Corralejo aus nimmt man den Bus, der stündlich am Kreisverkehr am Anfang der Hauptstraße hält. Oder man leiht sich für kleines Geld (ca. 30 Euro pro Tag) ein Auto aus, was auf Fuerteventura sehr zu empfehlen ist.

 

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Leckeren Fisch gibts im Zentrum von El Cotillo

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Siesta!

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Die Isla de Lobos ist sehr abwechslungsreich

Isla de Lobos:

Die kleine Insel, nur wenige Kilometer vom Festland entfernt, ist ein Naturschutzgebiet. Von Corralejo aus fällt der Blick immer wieder auf den erloschenen Vulkan im Meer. Obwohl ich zuvor skeptisch war, ob sich ein Ausflug dorthin lohnt, wurde ich schnell eines Besseren belehrt: Grandiose Landschaft, Wasser wie in der Karibik und abwechslungsreiche Vegetation. Die Isla de Lobos muss man besucht haben! Doch Lobos, also Robben, gibt es hier seit Jahrzehnten nicht mehr. Sie wurden leider ausgerottet.

Mit der Fähre oder einem Wassertaxi gelangt man auf die kleine Insel. Schon bei der Ankunft kann man sich an den Farben des Meeres nicht satt sehen. Zum Baden war mir das Wasser im April etwas zu kalt, andere waren da schon mutiger. Auf unterschiedlich langen Wanderwegen kann man die Insel erkunden: Man spaziert durch eine steinige Vulkanlandschaft, vorbei an Buchten und schwarzen Felsen. Da es hier keine Ziegen gibt, kann sich auch die Vegetation besser ausbreiten als auf Fuerteventura.

In der kleinen Siedlung auf Lobos gibt es ein einziges Restaurant, das wirklich ein Highlight ist: Ein rustikales Gebäude direkt am Meer. Das Essen muss bei der Ankunft vorbestellt werden und man kann zwischen zwei Speisen wählen : Fisch oder Paella. Vegetarier sollten ihr eigenes Essen mitbringen. Die Paella war wirklich ausgesprochen gut! Die Meeresfrüchte und Fische werden direkt vor dem Haus gefangen, ich hab es mit eigenen Augen gesehen.

 

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Das Restaurant liegt direkt am Meer

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Karibik-Feeling

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Auf der Insel gibt es nur ein einziges Restaurant

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Auf der Fahrt nach Ajuy

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Ja, der weiße Strich ist die Straße

Ajuy:

Die Hauptattraktion des 100-Seelen-Dorfes ist der schwarze Strand. In Kombination mit dem blauen Wasser ein wahres Naturschauspiel. Den schönsten Blick auf die kleine Bucht, umgeben von steilen Klippen, hat man von einem Wanderweg aus: Dieser führt am nördlichen Ende des Strandes hinauf und schlängelt sich den Fels entlang. Er ist gut gekennzeichnet und führt zu ehemaligen Piratenhöhlen. Denn Ajuy (sprich: Achui) war früher einer der wichtigsten Häfen auf Fuerteventura. Ein gefundenes Fressen für die damaligen Piraten, die ihre Beute in Felshöhlen lagerten.

Ansonsten passiert in dem kleinen Ort nicht viel, und das ist auch gut so. Ajuy ist ein lohnenswertes Ziel für alle, die Ruhe und Natur suchen. Kommt man von Norden, empfehle ich die Anfahrt über die Bergstraße FV30 von Pájara über Vega de Rio Palmas: Von der schmalen Serpentine, die am Abgrund entlang führt, tun sich gewaltige Ausblicke auf. Die rurale Landschaft wirkt sehr afrikanisch: rotes Gestein, steile Berge und grüne Oasen dazwischen. Die Menschen in dieser abgeschiedenen Gegend leben vor allem von der Landwirtschaft und der Ziegenhaltung. Spektakuläre Gegend, die an eine Marslandschaft erinnert.

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Mein erster schwarzer Sand

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Der Strand von Ajuy

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Auf dem Wanderweg zu den Piratenhöhlen

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Fuerteventura ist ein Paradies für Wassersportler

Surfen und Kiten:

Fuerteventura gilt als Paradies für Wassersportler. Sowohl im Norden als auch im Süden findet man viele Wind- und Wellen-sichere Spots. So gibt es in Corralejo unzählige Shops und Schulen, die Kurse für jedermann anbieten. Abhängig von den Wellen bringen einen die Schul-eigenen Shuttlebusse dann zum jeweiligen Spot.
Die Hochsaison fürs Surfen liegt eigentlich im Winter, doch auch im April sind die Bedingungen gut. Passable Wellen findet man zum Beispiel am Rocky Point (Vorsicht: nomen est omen!), in den Buchten um Playa del Moro und am Flag Beach. Letzterer gilt auch als Hotspot fürs Kiteboarden: Ein eigens gekennzeichneter Bereich hält Badegäste fern; auch Kite-Touren mit dem Boot werden hier angeboten. Für 120 Euro kann man sich im Meer aussetzen lassen und hat genug Platz zum Üben. Der Wind blies an 10 von 11 Tagen, die ich im April auf Fuerteventura verbracht habe. Die Wassertemperaturen lagen bei ca. 18 °C, was für mich herrlich warm war im Vergleich zu den 12°C in Kapstadt 🙂

Auch andere Kanareninseln bieten tolle Surfspots und  wunderbare Strände! Den Bericht über Lanzarote von  Josefine von Fineontour  findest du hier.

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Im April findet man passable Wellen in Corralejo

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Showing 4 comments
  • Rosi Strasser
    Antworten

    Ein wunderschöner Bericht mit tollen Fotos. An den schwarzen Strand und vor allem an den Wind kann ich mich von unserem Urlaub her noch gut erinnern;)
    Liebe Grüße,
    Rosi

    • Tamara
      Antworten

      Liebe Rosi,

      danke für deinen Kommentar! Vom schwarzen Strand in Ajuy war ich auch sehr angetan.

      LG

  • Josefine
    Antworten

    Toller Beitrag und wunderschöne Bilder! Feuerte steht auch auf unserer Liste, nach dem uns Lanzarote positiv überrascht hat.

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