Wien – Sissi und Sachertorte

Was gibt es Schwierigeres als einen Beitrag über die eigene Stadt zu schreiben? Alles und gleichzeitig nichts erscheint erwähnenswert. In vielen Rankings der lebenswertesten Städte steht Wien ganz oben. Bekannt für klassische Musik, Architektur aus der Zeit der Monarchie und gutes Essen, hat Österreichs Hauptstadt noch viel mehr zu bieten.  Vor allem im Sommer, wenn die Cafés und Restaurants ihre Fläche durch einen „Schanigarten“ erweitern, ist Wien der perfekte Ort für „süßes Nichtstun“. Dies ist ein Versuch, die Schönheit und Lebendigkeit (m)einer abwechslungsreichen Stadt zu beschreiben.

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Das Rathaus wurde 1883 fertig gestellt

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Hunderte Rosenarten verschönern den Volksgarten

Der Ring:

Sissi und Franz lassen grüßen: Der Prachtboulevard, der den 1.Bezirk umgibt, ist ein Freilichtmuseum für Architektur- und Stadtplanungsfans. Wo sich heute unzählige Straßenbahnen, Radfahrer, Fußgänger und Autos tummeln, befand sich früher die mächtige Stadtmauer. Ab dem Jahre 1858 wurde sie geschliffen und machte Platz für die wohl meist fotografierten Gebäude der Stadt. Entlang Wiens bekanntester Straße befinden sich die Staatsoper, das Parlament, das Rathaus, die Hauptuniversität und andere sehenswerte Bauten.
Ist man das erste Mal in Wien, verschafft man sich mit einer Fahrt in der Straßenbahnlinie 1 die beste Übersicht. Diese fährt vom Karlsplatz im Uhrzeigersinn den Ring entlang bis zur Urania am Donaukanal. Im Sommer empfiehlt sich die Runde mit dem Rad bzw. einem Citybike zurückzulegen. Weiters ist der Vorplatz des Rathauses ein beliebter Veranstaltungsort und es finden regelmäßig Events statt.

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Burgtheater

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Der Volksgarten ist ein beliebter Treffpunkt zum Sonnenbaden

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Mit der Bim um den Ring

Parks:

Was ich an Wien so schätze, sind die vielen Grünflächen. Sie lassen einen für kurze Zeit aus dem stressigen Trubel entschwinden und aufatmen. Neben den bekannten Parks wie dem Volksgarten, der mit seinen hunderten Rosenstöcken bezaubert, und dem Stadtpark, in dem die (vor allem bei asiatischen Besuchern) sehr beliebte Johann-Strauss-Statue steht, gibt es noch viele andere zu entdecken.
Meine persönlichen Favoriten sind der Botanische Garten im 3.Bezirk und der etwas außerhalb des Zentrums gelegene Türkenschanzpark. Erster lässt sich perfekt mit einem Besuch des Belvedere verknüpfen, das direkt daneben liegt. Der Botanische Garten ist nicht groß, er besticht aber durch seine Artenvielfalt und die verschlungenen Wege.

Der Türkenschanzpark befindet sich im 19. Bezirk, umringt von den schönen Villenvierteln, die für Architekturinteressierte ebenfalls sehenswert sind. Die Grünfläche erhielt ihren Namen durch die Türken, die sich hier 1683 während der Belagerung verschanzten. Abgesehen von einem Teich, Volleyballfeld, Spielplatz und nettem Café findet man hier, ähnlich wie im botanischen Garten, unterschiedliche Baum- und Pflanzenarten.

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Wien ist eine der grünsten Städte Europas

Aussicht auf Wien/Wein:

Das Beste an Wiens Umgebung: Neben Natur und sanften Hügeln gibt es ausreichend Wein! In den sogenannten Heurigen und Buschenschanken an den Stadträndern genießt man ein Glas Traubensaft inmitten von Weingärten. Ein großer Vorteil ist, dass die schönen Orte wie Grinzing, Nussdorf oder Kahlenbergerdorf mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Man kann also getrost ein Glas mehr trinken.

Einer der schönsten Aussichtspunkte, an dem man nicht verdurstet, ist der Heurige Hirt am Kahlenberg. Der schweißtreibende Anstieg vom Kahlenbergerdorf lohnt sich allemal!
Auch vom Wilhelminenberg hat man einen tollen Rundumblick auf die Stadt und die Weingärten. Knapp unterhalb des Schlosses steht ein kleines Holzhaus, das den Heurigen Leitner beherbergt. Einige dieser Lokale haben nur von Mai bis Oktober geöffnet und bieten neben selbst gelesenem Traubensaft auch Hausmannskost an.
Die beste Aussicht auf das Stadtzentrum hat man von der Bar Das Loft im Sofitel.

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Man bringe den Spritzwein

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Mit der Straßenbahnlinie 38 geht's nach Grinzing

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Im Spätsommer hängen die Trauben schwer an den Reben

Innere Stadt:

Von den meisten Einheimischen wird er gemieden, doch hat der 1.Bezirk abgesehen von den Massen, die sich durch den Graben schieben, seine wunderschönen Seiten. Auch wenn immer richtig viel los ist, den Stephansdom muss man einmal besucht haben. Wer, wie ich, an den dunklen Seiten einer Stadt interessiert ist, der sollte eine Tour durch die Katakomben machen. Leuten mit Platzangst ist jedoch davon abzuraten.

Interessierte Museumsbesucher können Stunden in den sich gegenüberstehenden Bauten am Maria-Theresien-Platz verbringen: Sowohl das kunsthistorische als auch das naturhistorische Museum lohnen einen Besuch, schon alleine der Architektur wegen. Hungrige finden im Museumsquartier ein reiches Angebot an Restaurants und Lokalen.
Das Weltmuseum, das im Oktober 2017 nach Umbauarbeiten wiedereröffnete, ist mein persönlicher Geheimtipp.

Die schönsten Gassen und Gebäude der Inneren Stadt liegen abseits der Touristenpfade. Dort findet man traditionelle Handwerkskunst, kleine Blumenläden und Gasthäuser. Aufmerksame Spaziergänger werden sich an schönen und kuriosen Details der Häuserfassaden erfreuen.

 

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Auf dem Weg zum Stephansplatz

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In den Gassen des 1.Bezirks

Essen:

In diesem Absatz geht es um mehr als Schnitzel, Sachertorte und Apfelstrudel. Obwohl Ersteres gibt es nirgends schmackhafter als im 7.Bezirk im Schnitzelwirt. Abgesehen davon ist Wien ein Paradies für leidenschaftliche Esser und Naschkatzen: In keinem anderen Land (jeder viel gereiste Landsmann wird mir jetzt zustimmen) gibt es so gutes Brot wie in Österreich. Ok, vielleicht in Deutschland.

Meine Favoriten für köstliche Süßspeisen sind das CupCakes (8. und 6.Bezirk) und das Creme de la Creme (ebenfalls 8.Bezirk). Auf das überteuerte, trockene Stück Schokokuchen im Hotel Sacher kann man verzichten.
Ansonsten finden sich am Naschmarkt, in dem angrenzenden Viertel um die Schleifmühlgasse sowie am Margaretenplatz viele nette Restaurants und Cafés.

Outdoor-Tipps: Im Sommer versammelt sich ganz Wien am Donaukanal. Viele bringen ihre Getränke selber mit und genießen am Abend die letzten Sonnenstrahlen oder man ergattert einen Platz bei einem der netten Lokale.
Einen wunderbaren Gastgarten findet man hinter dem MQ beim Glacis Beisl. Unter alten Bäumen und zwischen bunten Blumen genießt man im Schatten sein Essen. Mitten im Grünen, mit einem Glas Wein in der Hand, sitzen Besucher bei den unzähligen Heurigen im Norden der Stadt.

Ab Mitte November werden viele Plätze und Gassen zu stimmungsvollen Weihnachtsmärkten, einen eigenen Artikel zu diesem Thema findest du hier.

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Otto Wagners Schützenhaus am Donaukanal

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DC Tower

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Blick auf die Karlskirche

Von A nach B:

Es klingt vielleicht etwas überheblich, aber ich habe bis jetzt in keiner anderen Stadt ein besseres, öffentliches Verkehrsnetz erlebt als in Wien. An die Pünktlichkeit, Sicherheit und Sauberkeit der Wiener Linien kommt man schwer heran. Die fünf U-Bahnlinien U1- U4 und U6 (etwas kurios: die Linie U5 existiert nicht, soll aber in den kommenden Jahren gebaut werden) verbinden die wichtigsten Punkte der Stadt miteinander.
Daneben wird das Netz durch Straßenbahnen und Bussen weiter verdichtet. Ich mag die alten Garnituren der Straßenbahnen sehr gern, diese werden jedoch kontinuierlich durch neue Niederflurwägen ersetzt. Wer weiß, wie lange die nostalgischen Bahnen das Stadtbild noch verschönern.

Um vom Flughafen ins Zentrum zu gelangen gibt es mehrere Möglichkeiten. Sowohl Busse, Taxis als auch Schnellzüge wie der CAT verbinden wichtige innerstätische Stationen mit dem Flughafen in Schwechat. Die billigste und meine bevorzugte Variante ist die S-Bahn. Die S7 fährt ca. jede halbe Stunde über Wien Mitte, Praterstern bis nach Floridsdorf. Das System mit den Citybikes funktioniert ebenfalls sehr gut. Immer mehr Stationen sprießen wie die Schwammerl aus dem Boden und machen Radfahren in Wien einfach und günstig.

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Stadtbahn Station am Karlsplatz

Meine architektonischen Highlights:

- Rathaus

- Karlskirche

- DC Tower

- Haus Majolika am Naschmarkt

- U-Bahn Stationen von Otto Wagner

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Nicht nur bei Schlechtwetter sehenswert: das Welt Museum

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Showing 4 comments
  • Marie
    Antworten

    Hallo Tamara,

    das sind aber wirklich schöne Fotos von Wien! Nachdem meine Schwester mit ihrer Familie nach Wien gezogen sind, war ich dieses Jahr zum ersten Mal dort. Ich war etwas überrumpelt, weil die Stadt doch viel weitläufiger und größer wirkte, als ich gedacht hatte. Da ist es immer gut, wenn man ein paar Anhaltspunkte für sehenswerte Ecken bekommt :-). Besonders die von dir genannten Aussichtspunkte werde ich mir für einen nächsten Besuch in jedem Fall vormerken!

    Liebe Grüße,
    Marie

    • Tamara
      Antworten

      Hey Marie! Freut mich, dass dir mein Beitrag gefällt 🙂 Es stimmt, Wien ist in den letzten Jahren ordentlich gewachsen aber durch das gute, öffentliche Verkehrsnetz einfach zu erkunden. Ich wünsch dir viel Spaß bei deinem nächsten Trip nach Wien. LG, Tamara

  • Daniel Höhle
    Antworten

    Tolle Fotos von Wien – ich muss unbedingt nochmal im Sommer nach Wien reisen. Das letzte Mal war ich über Silvester 2017 in der Stadt und war schon von den vielen sehenswerten Ecken Wiens begeistert. Besonders in Erinnerung ist mir der kleine Weihnachtsmarkt vor Schloss Schönbrunn geblieben, den wir am Abend vor der wunderbaren Schloss Kulisse besucht haben.

    Viele Grüße
    Daniel

    • Tamara
      Antworten

      Danke Daniel! Wien ist sowohl im Winter als auch im Sommer sehenswert. Den Weihnachtsmarkt in Schönbrunn mag ich auch sehr gern, die Kulisse ist einfach bezaubernd. Mein absoluter Favorit ist aber der Markt am Spittelberg. Wenn du wieder mal zur Weihnachtszeit in Wien bist, kann ich dir den Besuch sehr empfehlen. LG, Tamara

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