Kamera, Objektiv & Zubehör auf Reisen - Tipps, damit du die passende Ausrüstung findest

Was muss sie können? Wie viel Geld sollte ich ausgeben? Diese und noch mehr Fragen schwirrten durch meinen Kopf, als ich 2010 das erste Mal nach einer professionellen Kamera suchte. Dieser Beitrag richtet sich an alle, die gerne Reisen und mit dem Gedanken spielen, sich eine Kamera zu kaufen.
Gleich zu Beginn: Die EINE perfekte Kamera gibt es nicht, jeder leidenschaftliche Globetrotter hat seinen Favoriten. In diesem Beitrag gebe ich Tipps, die auf meinen eigenen Erfahrungen beruhen. Dadurch möchte ich die Entscheidung für Unentschlossene leichter machen. Außerdem werde ich auf wichtige Punkte hinweisen, die beim Kauf einer Kamera plus Equipment zu beachten sind:

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Canon 700D und Sigma 18-200mm 1:3.5-6.3

Kamera:

Angefangen hat alles 2010, als ich auf der Suche nach einer Spiegelreflex-Kamera für meine anstehende Reise nach New York war. Neben der Bildqualität war für mich das Gewicht ausschlaggebend. Nach längerer Recherche fiel meine Entscheidung damals auf die Canon EOS 450D, die mein ständiger Reisebegleiter wurde. Besonders das Preis-Leistungs-Verhältnis hat mich überzeugt. Eine gutes Einsteigermodell muss nicht teuer sein, ich habe damals inklusive Objektiv 600 Euro bezahlt. Preise in Shops und Online vergleichen lohnt sich. Außerdem sollte man auf Aktionen wie den Black Friday oder spezielle Weihnachtsangebote achten.

Positiv überrascht hat mich die unglaublich lange Akku-Laufzeit: Auch bei intensiven Fotografie-Tagen hält der Akku bis zu 4 Tage. Ich bin kein Canon-Fanatiker, da ich aber immer zufrieden mit der Spiegelreflex war, blieb ich bis heute bei der Marke. Vor zwei Jahren stieg ich dann auf das Nachfolgemodell 700D um. Denn diese brachte ein paar tolle, neue Features mit sich: Unter anderem verfügt sie über einen Touchscreen, einen schwenkbaren Monitor und eine Videofunktion. Aktuelles Nachfolgemodell ist die Canon EOS 800D.

Wenn du die Absicht hast,  dich in den nächsten Jahren intensiv mit der Fotografie zu beschäftigen, dann solltest du mit einem Kamera-Preis ab 500 Euro rechnen. Nach Oben sind natürlich keinen Grenzen gesetzt.

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Der schwenkbare Bildschirm erleichtert Aufnahmen aus ungewöhnlichen Perspektiven

Den schwenkbaren Monitor finde ich sehr praktisch, weil sich so unkompliziert Fotos aus ungewöhnlichen Perspektiven aufnehmen lassen. Egal ob aus der Ameisenperspektive im hohen Gras, in das man sich nicht unbedingt reinlegen will, fotografiert wird oder, für kleine Menschen wie mich, über eine hohe Mauer. Also für mich (1,63 cm) „hohe“ Mauer.
Seit einigen Jahren machen die spiegellosen Systemkameras den altbewährten Konkurrenz. Mit Recht, muss ich sagen. Hier sind die beiden Marken Sony und Panasonic ganz weit vorn. Eine sehr gute Mittelklasse-Kamera ist z.B. die Sony Alpha 6000 oder die Panasonic Lumix GX80.
Da mein Freund die Panasonic GH5 (Preismäßig liegt diese jedoch bei 1500 Euro) besitzt, habe ich diese schon ein paar Mal getestet und war mehr als zufrieden. Besonders die Anzeige zur Ermittlung überbelichteter Bereiche gefällt mir sehr, was meine Canon EOS 700D nicht bietet. Größe und Gewicht der beiden Kameras sind ziemlich identisch. Was ich an Canon schätze, ist die einfache Bedienbarkeit und Handhabung. Aber das ist Geschmackssache, Nikon-Besitzer sagen wohl dasselbe über ihren „Liebling“ 🙂

Abschließend hier die wichtigsten Punkte, die du bei der Auswahl einer Reise-Kamera beachten solltest:

  • Größe
  • Gewicht
  • Akkulaufzeit
  • ev. Spritzwasser-Dichtheit
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Kleines, feines Pancake

Objektiv:

Mein All-time-Favourite seit 9 Jahren: Das Sigma 18-200mm 1:3.5-6.3! Mit diesem Zoom-Bereich bekommst du alles aufs Bild, was du brauchst: Von bunten Schmetterlingen in Malaysia bis atemberaubende Landschaften in Südafrika. Außerdem ist es nicht zu schwer.
Viele Standard-Pakete für Spiegelreflex-Kameras beinhalten ein 18-55mm, dieses finde ich aber nicht praktisch. Mein Tipp: Beim Objektiv nicht sparen! Keine noch so gute und teure Kamera macht hochwertige Fotos mit einem schlechten Objektiv vorne drauf. Doch für die Dinger kann man schon mal ein Vermögen ausgeben und oft kosten sie mehr als die Kamera selber. Deshalb durchforste ich für solche Anschaffungen immer die Warehouse Deals auf Amazon oder warte auf Aktionstage wie den Black Friday. Da kann man richtig viel Geld sparen!
Neben dem Sigma 18-200 mm, das unglaublich praktisch ist, weil sich auf Reisen dauernd die Motive ändern, besitze ich auch noch ein Pancake: Das Canon Macro 40mm 1:2.8. Dieses Objektiv ist sehr flach und hat eine fixe Brennweite. Es eignet sich perfekt für Nahaufnahmen oder Portraits. Wenn du viel Wert auf Nahaufnahmen und Portraits legst, solltest du ein Objektiv mit niedrigem F-Stop kaufen wie das Sigma 18-35mm 1:1.8. Dieses ist aber im Vergleich zu meinen anderen Objektiven relativ schwer.
Soviel zu dem Thema, über das man natürlich unendlich weiterschreiben könnte 😉

 

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Gestochen, scharfe Aufnahmen, aber etwas schwerer im Gewicht

Zubehör:

Taschen

Wo packe ich den ganzen Kram überhaupt hin, damit alles eine Reise oder einen Flug überlebt? Auf jeden Fall Kamera-Equipment immer ins Handgepäck! Auch heute werden auf Flughäfen hinter verschlossenen Türen noch Koffer geöffnet und entleert.

Sicher verstaut ist dein Schatz in speziellen Kamera-Rucksäcken: Diese haben flexible, ausgepolsterte Abteilungen, in denen alles Platz findet. Hierfür gibt es unzählige Modelle z.B. von Cullmann oder Lowepro. Anfangs hatte ich eine kleine Umhängetasche. Doch wer viele Stunden am Tag unterwegs ist, wird diese einseitige Belastung der Schulter schnell mal spüren. Außerdem hatte in meiner Mini-Tasche neben der Kamera sonst nix mehr Platz. Ein weitere Nachteil ist, dass die raue Oberfläche des Umhänge-Gurtes einige meiner T-Shirts aufgerieben hat.
Deshalb packe ich jetzt mein Zeug in einen Rucksack. Kleiner Tipp: Entweder einen anschaffen, der extra für Kameras ausgelegt ist oder einen handelsüblichen selber auspolstern z.b. mit einem Reisehandtuch. Daneben habe ich mithilfe meiner persönlichen Schneiderin (Danke Mama!) Schutzbeutel aus dickem Samt gebastelt. Super einfach, günstig und praktisch. In dieses kommt mein zweites Objektiv oder die ganze Kamera.

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Meine Kamera: Immer dabei 🙂

Zusatz-Akkus

Viele laufen mit einem Haufen Zusatz-Akkus herum. Doch das bedeutet noch mehr Equipment, das man mitschleppen muss. Ein Reserve-Akku ist grundsätzlich nicht verkehrt. Wenn ich ehrlich bin, habe ich aber noch nie einen gebraucht. Die Laufzeit des Canon-Akkus ist wirklich top! Wenn ich nur fotografiere und nicht viel filme, dann hält er durchschnittlich 4 Tage. Wichtig ist natürlich den Ladestatus des Akkus täglich mehrmals zu überprüfen, um unschöne Überraschungen zu vermeiden.

Speicherkarten

Gaaaanz wichtig! Eine zusätzliche Speicherkarte habe ich immer dabei. Vor allem wenn du in großen Formaten, also RAW, fotografierst ist so eine Karte schnell voll. Manchmal kommt es sogar vor, dass sich so ein Speichermedium einfach vertschüsst und nicht mehr funktioniert. Oder gern mal irgendwohin verschwindet bzw. im PC vergessen wird. Also immer eine zweite Speicherkarte mitnehmen! Ich habe zwei Karten mit jeweils 16 GB, diese reichen für einige 100 RAW-Dateien. Dabei darf nicht vergessen werden, dass Film-Sequenzen viel größer sind als Fotos.

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Helfer in der Not: POL- und UV-Filter sowie Lense Aid Kit

Putzzeug

Auf Reisen ändern sich die Bedingungen oft schnell und drastisch: Von Sonnenschein auf Regen oder Sandsturm oder Gischt vom Meer. Nur eine saubere Linse ermöglicht klare, schöne Aufnahmen. Die Linse sollte für dich das sein, was für Golom sein Ring ist. Immer schön beschützen und sauber halten. Am besten funktioniert das mit einem Lens-Aid-Kit. Auf keinen Fall mit eurem T-Shirt über die Linse schmieren!
Um lange Zeit glücklich mit einem (meist teuren) Objektiv zu sein, muss dieses gepflegt werden. Die handlichen Aid-Kits passen in jeden Rucksack und beinhalten Linsenpapier, einen Spray, einen Pinsel und ein weiches Tuch. Alternativ kann auch ein Brillenputztuch verwendet werden. Für hartnäckige Flecken das Papier mit dem Spray befeuchten und vorsichtig in Kreisbewegungen über die Linse fahren. Danach mit dem Tuch polieren. Perfekter Durchblick!

Filter

Dasselbe was für Kamera-Zubehör im Allgemeinen gilt, gilt auch für Filter: Es gibt eine riesige Auswahl. Von nützlichen Pol-Filtern bis spacige Pink-Filter gibt es alles für die verschiedenen Objektivgrößen. Die Must-Haves sind meiner Meinung nach UV-Filter und Pol-Filter. Mithilfe eines feinen Gewindes werden diese vorne auf das Objektiv geschraubt. Dabei solltest du aber auf die unterschiedlichen Durchmesser achten. Nicht jeder Filter passt auf jedes Objektiv! Genau so wie die Linse sollten die Filter sauber gehalten und gepflegt werden. Vor einiger Zeit habe ich mir ein günstiges Vierer-Set an Filtern der Marke Polariod bestellt (Preis: 30 Euro). Praktisch ist dabei das mitgelieferte Täschchen, in dem sich diese sicher verstauen lassen.

Das sind also meine persönlichen Tipps und Erfahrungen, die ich in den letzten 9 Jahren mit meiner Kamera gemacht habe. Ich hoffe, sie sind hilfreich und beantworten einige Fragen.  Und jetzt raus in die Welt und viel Spaß beim Knipsen 🙂

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Selbstgemachtes Equipment: Schutzhülle aus altem Samt und Kordel

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In vollem Einsatz in Montenegro

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