Gardasee- Roadtrip mit Carlotta

Unglaublich: Ich, als Österreicherin, schaffe es erst mit 28 Jahren das erste Mal an den Gardasee! Tummeln sich doch hier oft mehr deutschsprachige Besucher als Italiener. Abgeschreckt von den Massen, die im Sommer den See belagern, waren bisher andere Teile Italiens mein Ziel. Doch Ende September schien mir die perfekte Zeit für einen Roadtrip dorthin. Und noch eine Premiere stand an: Das erste Mal war ich mit einem Wohnmobil unterwegs! Hier möchte ich mich herzlich bei meinen Eltern bedanken, die uns ihr Vertrauen schenkten und ihre „Carlotta“ liehen 🙂 Vom ersten Tag an war ich ein Fan von beidem: dem Camper und dem Gardasee. Außerdem bot sich auf dem Weg nach Italien ein kurzer Zwischenstopp am Achensee in Tirol an.

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Herbstliche Wanderung mit Blick auf den Achensee

Zwischenstopp Achensee:

Von Oberösterreich bzw. Bayern kommend liegt der Achensee günstig auf halber Strecke: In kurzer Zeit gelangt man von der Autobahn an den kristallklaren See. Die Landschaft ist natürlich atemberaubend - wir sprechen schließlich von Tirol 🙂 Als perfekten Rastplatz für Carlotta wählten wir den Campingplatz in Buchau. Da schon Ende September war, hatten wir freie Platzwahl und standen in der ersten Reihe. Aufwachen mit Blick auf den See und mit Kühen als Nachbarn: Perfekt!

Im Gegensatz zu den Seen im Salzkammergut, die ich seit meiner Kindheit gut kenne, ist der Achensee rundherum öffentlich zugänglich. Dieser positive Aspekt erfreute uns auch im Herbst. Obwohl die Temperaturen nicht mehr zum Schwimmen einluden, ist es sehr schön, direkt am Wasser spazieren zu können.

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Details am Wegesrand

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Annäherung an den Wasserfall

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Am Fuße des Wasserfalls

Ein bisschen Bewegung:

Der Windgott meinte es leider nicht gut mit meinem kite-verrückten Freund: Der Achensee gilt als Eldorado für Kite- und Windsurfer. Doch während unserem Aufenthalt wehte leider kein Lüftchen. So blieb mehr Zeit zum Wandern. In dieser Region gibt es tausend Möglichkeiten für Sportfreunde. Unsere erste Tour führte uns zum Dalfazer Wasserfall. Ein faszinierendes Naturschauspiel, wie die Wassermassen herunter donnern. Ist man mit einer Kamera unterwegs, sollte man an die erhöhte Luftfeuchtigkeit und das Spritzwasser denken. Von dort kann man weitergehen auf die Dalfazer Alm.
Am See entlang führt ein befestigter Weg, der zum Spazieren und Radfahren einlädt. Ist einem die komplette Umrundung des 8,4 km langen Sees zu mühsam, kann die Fähre genommen werden.

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Pusteblumen

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Der Dalfazer Wasserfall läuft in den Achensee

Gardasee:

Endlich wieder Bella Italia! Die Anfahrt mit dem Wohnmobil verlief reibungslos, nur bei der kurvigen Straße runter nach Torbole ist Achtung geboten. Hier kann es schon mal eng werden. Der Gardesana Orientale folgend fuhren wir weiter nach Campagnola. Hier befinden sich einige Campingplätze (28 Euro pro Nacht). Das Stadtzentrum von Malcesine liegt ca. 3 km entfernt.

Obwohl die Hauptsaison schon vorbei war, traf man viele Wohnmobile und Camper an. Du willst deine Italienischkenntnisse verbessern? Nicht hier. Am Gardasee sprechen alle Deutsch. Meine Versuche, auf Italienisch zu bestellen, wurden sofort unterbunden. Die Kellner antworteten einfach auf Deutsch. Das Essen schmeckte trotzdem und die Preise sind (wenn man nicht unbedingt direkt am Wasser sitzen muss) auch ok.

Gut zu wissen ist, dass die Badestrände aus sehr grobem Kies bestehen. Barfuß drauf rum zu laufen ist ziemlich schwierig und gleicht einer Reflexzonenmassage. Deshalb lieber Badeschuhe und Sandalen mitbringen anstatt Flip Flops. Und eine gute Unterlage fürs Badetuch.
Die Landschaft und die Topographie am Gardasee ist viel schöner als ich mir zuvor vorgestellt hatte. Die Verbindung von steil aufragenden Bergen (bis zu 2200 m hoch) und türkis schimmerndem Wasser ist mein absoluter Favorit. Dazu leckeres Essen und Wein. Nichts macht mich glücklicher!

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Magische Stimmung bei unserer Ankunft

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Kieselstrand in Campagnola

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Blick vom Castello Richtung Campagnola

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Carlotta unter Palmen

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Unterwegs in Malcesine

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Segelschiff im Hafen

Malcesine:

Malcesine ist eine sehr fotogene Stadt. Die bunten Häuser und engen Gassen, der hoch aufragende Monte Baldo im Hintergrund, die alten Fischerboote im Hafen. Da wird die Speicherkarte schnell mal voll.

In Malcesine selbst gibt es nur wenige Parkplätze bzw. sind einige für Wohnmobile gesperrt. Deshalb am besten ein Fahrrad nehmen. Das Zentrum selbst ist leicht zu Fuß zu erkunden. Die Stadt liegt wirklich sehr malerisch am Seeufer. Ein Highlight für mich war das Castello Scaligero. Die Burg verdankt ihren Namen und ihr heutiges Aussehen der Adelsfamilie della Scala. Einige Teile stammen jedoch bereits aus dem 6. Jahrhundert. Nicht nur das Castello Scaligero selber ist sehenswert sondern auch die Ausstellungen. Vom hohen Turm hat man eine grandiose Aussicht. Der Aufstieg über schmale Treppen und Leitern lohnt sich.

Du bist auch so ein großer Italienfan wie ich? Hier geht's zum Reisebericht über Florenz.

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In Malcesine gibts viele nette Shops

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Pflaster vor der Kirche in Malcesine

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Palazzo dei Capitani

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Auch im Gardasee gibt es Muscheln

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Castello Scaligero

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Innenhof der Burg

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Auf der Burgmauer

Monte Baldo:

In Malecsine befindet sich die Talstation der Seilbahn auf den Monte Baldo. Unser Plan war es eigentlich auf den Gipfel zu fahren und oben zu Wandern. Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung, denn der Berg hüllte sich drei Tage lang in Wolken. Hier trotzdem ein guter Tipp, auf den ich gestoßen bin: Fahrtkarten, die zwischen 8.00 und 9.00 bzw. nach 16.00 Uhr gekauft und entwertet werden kosten 10 statt 15 Euro.
Vom Hafen aus werden unterschiedliche Schiffsverbindungen angeboten. Wir entschieden uns für eine Überfahrt nach Limone sul Garda und eine Wanderung am anderen Seeufer.

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Vom Burgturm hat man eine tolle Aussicht

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Blick auf Malcesine vom Castello Scaligero

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Überfahrt mit dem Boot nach Limone

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Der Hafen von Limone sul Garda

Limone sul Garda:

Nomen est Omen. In der kleinen Stadt, die sich an die Felswand drängt, ist alles der Zitrusfrucht gewidmet. Die Hausnummern sind mit kleinen Zitronen umrangt. An jeder Ecke werden Limoncello, gelbe Tischtücher und vieles mehr verkauft. Die Schönheit der engen Gassen hat sich herumgesprochen.
Zahlreiche Boote und Fähren bringen Besucher, wie auch uns, aus anderen Orten am Gardasee. Die Überfahrt vom Hafen in Malcesine dauert ca. 15 Minuten und kostet 9 Euro (Hin- und Rückfahrt). Vom Wasser aus gesehen fallen einem die baulichen Besonderheiten von Limone auf: In Reih und Glied stehende Stahlbetonsäulen auf terrassenförmigen Wiesen. Über diese Säulen wurden Planen und Stoffe gespannt um die Zitronenbäume vor der Kälte zu schützen (b>Limonaia genannt)

Das Städtchen Limone ist ein guter Ausgangspunkt für eine Wanderung. Je weiter man sich vom Hafen und der Uferpromenade entfernt desto weniger werden die Menschenmassen. Hält man sich nördlich Richtung Valle del Singol gelangt man bald zu einem Bach. Folgt man diesem einige Minuten findet man eine Infotafel für Wanderwege. Die Zeitangaben stimmen unserer Erfahrung aber nicht mit der Wirklichkeit überein. Ein 2-stündiger Rundweg der mittleren Kategorie entpuppte sich als steiler Pfad dem wir gut 2,5 Stunden folgten und noch immer nicht am Gipfel waren (Malga Dalco). Die Aussicht ist die Mühe aber Wert. Hier findet ihr gute Beschreibungen für die Wanderungen: Wanderungen Limone sul Garda

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Zitronen überall

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Nah am Wasser gebaut

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Im Valle del Singol

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Kurze Pause am Malga Dalco

Meine architektonischen Highlights:

- Castello Scaligero

- Malcesines enge Gassen

- Hafen in Limone sul Garda

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Limone sul Garda

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Ciao Italia, alla prossima volta!

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Showing 2 comments
  • Lena
    Antworten

    Kommt genau richtig, möchte auch längst mal zum Gardasee 🙂
    Würdest sagn, dass a kinderfreundlich is?

    • Tamara
      Antworten

      Also was Radfahren und Spazieren angeht find ich schon. Die Wege verlaufen bei Malcesine direkt am See und sind geteert d.h. mit Rad und Kinderwagen einfach zu befahren. In Malcesine selber liegt aber in den Gassen Kopfsteinpflaster. Die Kieselstrände laufen seicht in den See und das Wasser ist sehr klar, also auch „kinderfreundlich“ würd ich sagen. LG

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