Berlin – Currywurst beim Alex

Zum ersten Mal besuche ich die deutsche Hauptstadt und bin positiv überrascht: Es gibt so viel mehr zu sehen, als ich dachte! Jedes Viertel ist sehr unterschiedlich, ein wahres Zentrum festzulegen ist schwer.

Der alles überragende Fernsehturm vielleicht, der als Orientierungshilfe dient. Der Alexanderplatz oder doch der Gendarmenmarkt mit seinen Prachtbauten? Drei Tage sind einfach nicht genug, diese große und abwechslungsreiche Stadt zu erkunden. Für einen ersten Eindruck hat es trotzdem gereicht, hier meine Eindrücke aus Berlin.

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Am Ufer der Spree

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Eine Bootsfahrt ist gut für müde Füße

Das Regierungsviertel:

Vom Hauptbahnhof kommend (wir hatten unsere Unterkunft in Moabit) war der erste Stopp das Regierungsviertel. Dieses weitläufige Areal beeindruckt durch seine Architektur und die dazwischenliegenden, großen Freiflächen. Auch wenn es sehr touristisch ist: Eine einstündige Bootsfahrt auf der Spree verschafft einen ersten Überblick und ist gut für müde Füße.
Auch der bereits erwähnte Hauptbahnhof  ist einen Besuch wert. Die kühne Glasdach-Konstruktion ist atemberaubend und überspannt Europas größten Bahnhof.  Gleichzeitig beherbergt dieser eine Vielzahl an Lokalen und Shops.
Eines meiner Highlights war definitiv der Besuch der Reichstagskuppel. Dafür können im voraus Tickets im Internet reserviert werden oder man geht einfach hin und bekommt in einem kleinen Office Restplatzkarten. Glücklicherweise erhielten wir welche für den selben Tag um 19.00 Uhr. Die von Sir Norman Foster geplante Konstruktion dient zur Belichtung und Belüftung des Plenarsaales und ist deshalb oben offen. Die Atmosphäre in der Kuppel bei Dunkelheit ist wirklich toll!

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Blick auf den Fernsehturm

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Kühne Architektur am Spreeufer

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Das Reichstagsgebäude am Platz der Republik

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Die von Sir Norman Foster geplante Kuppel

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Blick in den Plenarsaal

Kurfürstendamm und Umgebung:

Berlins Einkaufsmeile Nummer eins. Von billig bis teuer findet man hier alles. Unser Ziel war eigentlich das KaDeWe, doch die anderen Shops verführen sehr zu einem Abstecher. Vom genannten KaDeWe selbst war ich enttäuscht, ich hatte ein prachtvolles Einkaufszentrum wie Harrods in London im Kopf. Dies ist aber nicht der Fall und außerdem sind die Preise sehr überteuert.
Am Übergang des Kurfüstendamms zur Tauentzienstraße steht die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche. Dieses beeindruckende Mahnmal erinnert an die Schrecken des zweiten Weltkriegs. Von der ehemaligen Kirche steht nur mehr der beschädigte Turm, auch „hohler Zahn“ genannt.Dieser steht eingequetscht zwischen mehr oder weniger gelungenen Neubauten aus den 60ern. Mich hat der Anblick der Turmruine wirklich berührt und mir gefällt die Idee dieses zerstörten Relikts als Mahnmal.

Direkt hinter der Kirche steht als Begrenzung zum Zoologischen Garten das Bikini Berlin: Dieser sanierte und neugestaltete Komplex besteht aus mehreren Gebäuden. Der lange Hochbau aus den 1950ern diente als Industrie- und Bürogebäude und ist heute eine Mall. An der Hinterseite wurde eine künstliche Landschaft mit Sitzgelegenheiten und Bepflanzung verwirklicht, von der aus man direkt in die Gehege des Zoos blickt. Im östlich angrenzenden Hochhaus befindet sich das 25hours Hotel mit der Monkeys Bar.

 

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Das Bikinihaus Berlin

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Die Gedächtniskirche im Abendrot

Der Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor

Brandenburger Tor:

Es gilt als DAS Wahrzeichen Berlins uns schmückt viele Postkarten. Wahrscheinlich deshalb hatte ich ein viel monumentaleres Bild vom Brandenburger Tor im Kopf als es wirklich ist. Irgendwie stellte ich mir das Tor viel größer vor, was seine Bedeutung aber nicht mindert: Weil es sich während der Teilung Deutschlands im Sperrgebiet befand, steht es wie kein anderes Bauwerk für die Wiedervereinigung.
Auf dem davor liegenden Pariser Platz tummeln sich natürlich die Selfiesticks und Fotoapparate. Eines der umliegenden Hotels gelangte zu fragwürdiger Berühmtheit als Michael Jackson seinen Sohn aus dem Fenster hielt.

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Berlins begehrtestes Fotomotiv

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Gendarmenmarkt

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Berliner Kindl

Gendarmenmarkt:

Er wird als schönster Platz Berlins bezeichnet und ist wirklich sehr eindrucksvoll. Im Zentrum steht das Konzerthaus, flankiert vom deutschen und französischem Dom. Die beiden gespiegelten Gebäude mit ihren überdimensionalen Kuppeln sind jedoch keine Kirchen, sondern Museen. Vor den imposanten Treppen des Konzerthauses steht eine Statue des Dichters Friedrich Schiller. Nachdem der Gendarmenmarkt im zweiten Weltkrieg zerstört wurde, erhielt er seine jetzige Form. Heute wird der Platz umringt von exklusiven Boutiquen und Restaurants.

 

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In Berlins Straßen und Höfen unterwegs

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Das Jüdische Museum zieht Besucher in seinen Bann

Jüdisches Museum:

Nicht nur für Architekturfans und jüdische Besucher ein Muss in Berlin. Das von Daniel Libeskind erbaute Gebäude ist die Haut für eine sehr interessante Ausstellung. Das Museum ist in mehrere Bereiche gegliedert: Eine interaktive und informative Sammlung sowie verschiedene Innen- und Außenräume, die mit der Wahrnehmung des Besuchers spielen. Geht man durch die Ausstellung, verliert man leicht die Orientierung. Der Grundriss bildet eine Art Blitz, man hat jeodch nicht das Gefühl sich in dieser Zig-Zag-Form zu bewegen. Auch von Außen ein fotogenes Motiv.

 

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Das Jüdische Museum von Außen

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...und von Innen

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Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Hackesche Höfe:

Stundenlang könnte man in den Hackeschen Höfen verbringen! Dort vergisst man die Zeit beim Stöbern durch die vielen, kleinen Läden und Ateliers. Wer einheimisches Design, nette Geschenke und spezielle Mitbringsel wie handgeschöpfte Schokolade sucht, ist hier richtig. Außerdem sind die begrünten Innenhöfe eine wahre Ruheoase inmitten der Stadt. Beeindruckend und eher untypisch für deutsche Architektur sind die hofseitigen Fassaden aus glasierten Natursteinen. Betritt man den ersten Hof kann man nicht anders als über die Farben und Ornamente zu staunen.

 

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Hinter dieser Fassade kann man Stunden verbringen

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Einer der Hackeschen Höfe

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Viele Ateliers laden zum Stöbern ein

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Der Berliner Dom

Essen:

Ganz oben auf der To-Eat-Liste stand natürlich Currywurst. In vier Tagen aßen wir zumindest zwei Mal Berlins berühmtestes Gericht und es schmeckte immer lecker. Man findet sie wirklich an jeder Ecke. Dabei folgten wir dem Prinzip „Wo viele Leute anstehen schmeckt's bestimmt“. Befindet man sich in der Nähe von Checkpoint Charlie ist ein Stopp im Café Bonjour ein Muss: Hier gibt’s köstlichen Kaffee, Kuchen und kleine Snacks zu einem unschlagbaren Preis. Es ist einfach und gemütlich eingerichtet und hat ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Diejenigen, die ein hippes Bild auf Instagram posten wollen, sollten ins nahe Café Westberlin gehen.

 

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Der Trabi muss fürs Foto herhalten

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Es gibt so viel zu sehen in Deutschlands Hauptstadt

Checkpoint Charlie und die Mauer:

Den kleinen Checkpoint auf der Verkehrsinsel übersieht man leicht. Die zwei als Soldaten verkleideten Schauspieler machen den Punkt nicht wirklich besser. Interessant ist jedoch das kleine Freilichtmuseum dahinter: Auf den aufgestellten Tafeln erfährt man faszinierende Fakts über die Zeit der Teilung der Stadt.

Ein Stück Berliner Mauer, heute bekannt unter dem Namen East Side Gallery, zieht sich 1,3 km an der Spree entlang. Einige Arbeiten der „Gallerie“ sind wirklich gut, andere eher weniger. Vor dem berühmten Bild Bruderkuss von Dmitri Wrubel muss man schon mal warten, um ein Foto schießen zu können.

 

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Entlang der East Side Gallery

Von A nach B:

Berlin ist wirklich weitläufig! Die Wege sind relativ lang und man sollte genug Fahrzeit einplanen. Das öffentliche Verkehrsnetz ist sehr gut ausgebaut. Man kann sich ohne Probleme autofrei durch die Stadt bewegen. Das Netz der U- und S-Bahnlinien ist sehr dicht und in den Stationen findet man sich leicht zurecht. Auch wenn die Bahnsteige und Treppenaufgänge oft ein wenig zu eng sind für die Massen von Menschen. Wir waren zu dritt unterwegs und deshalb war für uns das Gruppenticket die billigste Variante.
Vom Flughafen Schönefeld in die Stadt fährt man am besten mit der S-Bahn.

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Bauhaus Dessau

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Treppe mit originaler Farbgestaltung

Bauhaus Dessau:

Nein, mit Bauhaus ist nicht eine Filiale der  Heimwerkershops gemeint. Sondern die weltberühmte Hochschule. Deshalb sei allen Architekturfanatikern ein Abstecher nach Dessau ans Herz gelegt. In gut 1,5 Stunden kommt man mit Bus oder Bahn von Berlin in die Heimat des Bauhaus. Die radikal neu denkende Schule für Gestaltung und Architektur fand in der Industriestadt Dessau ihren perfekten Ort. Zwischen 1925 und 1932 lehrten und lernten hier Ikonen des Designs wie Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe und Wassily Kandinsky. Sie dachten die Moderne neu und prägten die Architektur des 20.Jahrhunderts und von heute wie keine andere Schule.

Zu besuchen gibt es unterschiedliche Gebäude, die in der Stadt verteilt stehen. Dazu passende Führungen werden im Hauptgebäude, in den Meisterhäusern und der Siedlung Törten angeboten. Die Führung durch das Haupthaus ist empfehlenswert. Die Meisterhäuser kann man auch selbst besichtigen. Danach können Gäste im Bistro des Haupthauses eine Pause einlegen und die Ausstellungen ansehen. Wir verbrachten einen ganzen Tag dort und waren am Abend zurück in Berlin.

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Das Hauptgebäude

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Balkone der ehemaligen Studentenzimmer

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Stiegenaufgang im Bauhausgebäude

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Die teilweise erhaltenen, teilweise rekonstruierten Meisterhäuser

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